Mobile Fahrradwerkstatt in Schöneck

(Beitrag von Helga Schenk)

Die Schaltung ist kaputt, die Bremse versagt, die Lampe funktioniert nicht, die Kette ist gerissen…

Die Begriffe muss man erst mal kennen und aussprechen können. Die Reparatur ist dann der zweite Schritt. Und der gestaltet sich durch den fachmännischen Einsatz von HerrnWolf und Herrn Fröhlich vom ADFC gar nicht so schwierig. Wenn Werner Fröhlich sein voll beladenes Auto ausgepackt hat, steht „mirnichtsdirnichts“ eine fast perfekte Fahrradwerkstatt zur Verfügung, können Räder aufgehängt, diagnostiziert, auseinandergebaut und repariert werden. Und die Räder haben das sehr nötig. „Sie sind in einem schlimmen Zustand und die armen Kerle brauchen sie ja“, sagt Herr Fröhlich.

„Die armen Kerle“, das sind die Flüchtlinge aus Schöneck, die vom Arbeitskreis Asyl so weit wie möglich mit gespendeten, gebrauchten Rädern ausgestattet werden. In die mobile Fahrradwerkstatt schieben die Männer samstags die kaputten Räder, ihre eigenen, aber auch die ihrer Kinder und ihrer Frauen. Dann wird stundenlang geschraubt, gepumpt und zusammengepuzzelt. Die meisten Ersatzteile hat Werner Fröhlich dabei. Er weiß genau, woran es bei alten Rädern hapert. Er hat schon mehrere Schul-Fahrradwerkstätten aufgebaut und geleitet. Mit den Flüchtlingen arbeitet er sehr gerne zusammen, einige – so findet er- haben „ein Händchen“, andere seien nicht so geschickt, aber alle sind sie nett und dankbar für die Hilfe. Enttäuschte Gesichter gibt es aber trotzdem, denn manch ein Flüchtling kommt zur Werkstatt in der Hoffnung endlich auch ein Fahrrad zu bekommen. Über 20 Asylbewerber stehen auf der Warteliste. Sie müssen vertröstet werden. Ersatzteile und Fahrräder gibt es übrigens nicht umsonst. Der AK Asyl nimmt 10 Euro pro Rad. Davon können dann wieder neue Ersatzteile angeschafft werden. Den Überblick über das Ersatzteillager behalten die beiden Spezialisten, die da samstags ehrenamtlich schon viele Fahrräder flott gemacht haben. Hut ab und vielen Dank!

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